40 kleine Maus-Fans auf der Spur von Funkwellen
Der 3. Oktober ist nicht nur der Einheitsfeiertag sondern auch der jährliche "Maustüröffnertag", veranstaltet von der "Sendung mit der Maus" aus dem Kinderfernsehen des Westdeutschen Rundfunks. An diesem Tag sind Betriebe, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen eingeladen und aufgefordert, ihre ansonsten verschlossenen Türen für Kinder und Jugendliche zu öffnen.
Als einziges Angebot in Magdeburg öffneten wir die große und schwere Schirmtür unsere Absorberhalle am Lehrstuhl für Elektromagnetische Verträglichkeit in der Experimentellen Fabrik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, und das bereits zum 8. Mal.

Insgesamt 40 Kinder, aufgeteilt in vier Gruppen, durften dann unser EMV-Labor besichtigen und unter Anleitung von Mathias Magdowski selbst mit Funkwellen und Antennen von ferngesteuerten Spielzeugautos experimentieren.
Da man Funkwellen nicht sehen und hören kann, haben wir die Funkwellen, deren Frequenzen und Pulsmodulationen zunächst mit einem Computer als Audiosignale nachgebildet und hörbar gemacht. Die Kinder durften dann sogar selbst in die Rolle der ferngesteuerten Autos schlüpfen und versuchen, die richtigen akustischen Steuersignale zu erkennen.
Mit einer Stabantenne und einem Spektrumanalysator mit angeschlossenem Beamer konnten wir uns die Funkwellen der Fernbedienungen, deren Frequenzen und Modulationen dann auch gemeinsam anschauen. Dabei war auch gut zu erkennen, welches Durcheinander bzw. welcher "Funkwellensalat" entsteht, wenn sich die Signale von zwei Fernbedienung mit der gleichen Sendefrequenz überlagern.
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« ZurückMaus-Türöffner-Tag 2026 B19 (Bild 19 von 19) Außerdem haben wir gemeinsam versucht, die Funkwellen der Fernbedienungen mit einer „Mauer“ aus Kindern zu stoppen oder zu blockieren, was natürlich nicht funktioniert hat. Dafür braucht man Metall, zum Beispiel einen Drahtgitterkäfig.
Um zu verstehen, warum manche Antennen etwas länger (z.B. beim Radio) und manche etwas kürzer (z.B. beim Handy) sind, konnten die Kids dann mit einem langen Gummiband selbst schnelle und langsame Wellen erzeugen und sich dabei die kurzen und langen Wellenlängen anschauen.
In einem letzten kleinen Experiment (nicht nachmachen!) haben wir dann ausprobiert, warum es keine gute Idee ist, einen Metalltopf in die Mikrowelle zu stellen, denn dessen Metallwand blockt die Funkwellen ab und das Essen bzw. darin befindliche Glas mit Wasser bleibt kalt. Solange die Mikrowellen kein anderes Objekt wie ein weiteres Wasserglas zum Erwärmen finden, gehen sie zurück zum Magnetron und erwärmen dieses, was früher oder später zum Defekt führt.
Außerdem hatten wir im Foyer neben unserem Anmeldetisch noch ein paar weitere kleine praktische Experimente aufgebaut, darunter einige Morsecode-Geräte zum "Früchtemorsen", einen Turing Tumble als clevere Murmelbahn oder einen kleinen KUBO-Roboter zum einfachen Programmieren einer Wegstrecke über Richtungskacheln.
Es gab auch etwas Merchandise der OVGU und natürlich durfte das bekannte Experiment mit einem GSM-Mobiltelefon und dem charakteristischen Störgeräuschen einem Computerlautsprecher nicht fehlen.

Vielen Dank auch an unsere internationalen Doktorand*innen Paola Tili, Satanika Lowe, Francesco Pio Cecca und Lorenzo Da Lio sowie an unseren Studenten Karsten, die die Veranstaltung mit hinter den Kulissen unterstützt und zu einem großen Erfolg geführt haben.
Bilder und Text: Mathias Magdowski, Universität Magdeburg